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Thierberg
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Der Nachtschwärmer bei Thierberg

Ein loser Nachtschwärmer ging einmal gegen das Schloß Thierberg bei Kufstein hinauf, wollte fensterln gehen oder hatte vielleicht Schlimmeres im Sinne. Wie er nun über das Feld aufwärts nach ein Walde, zu gelangte und über das "Stiegele" steigen wollte, vertrat ihm eine feurige Gestalt den Weg und winkte ihn zurück. Der beherzte Bursche fürchtete sich aber vor keinem Feuermann, ja nicht einmal vor dem Teufel selbst, fluchte und schlug nach der Erscheinung - und da war es um ihn geschehen.

Die Feuererscheinung war just so ein Nachtschwärmer gewesen wie jener, war verdammt, an dieser Stelle zu geistern und zu glühen, und fand nun ihre Erlösung, jener aber mußte alsbald an ihrer Stelle glühen und büßen, bis auch ihm - wer weiß wann, Erlösung wird. Seitdem ist von der Burg Thierberg vieles in Trümmer zerfallen, aber das Stiegele ist noch immer ein verrufener Ort, und wer nicht muß, meidet es des Nachts zu übersteigen.

Ritter von Alpenburg

Am Hechtsee

Zwischen Wald und Felsenbuchten
Liegt der stille Alpensee;
Aus der Ferne glitzert flimmernd
Golddurchwirkt der Firnen Schnee.

Durch die schwermutsvolle Ruhe
Strömt des Abendglöckleins Klang,
Und vom nahen Thierberg nieder
Tönt ein hehrer, frommer Sang.

Flüsternd wogt er durch die Wipfel,
In den Wellen, auf dem See,
Und das Echo von den Felsen
Trägt hinauf ihn in die Höh’.

Meine Fähre treibt’s zum Ufer
meine Seele, sehnsuchtsschwer,
Fühlt sich unsichtbar gehoben,
schwingt sich auf zum Sternenmeer

Ludwig Lintner

Die Nixe im Hechtsee

Oberhalb von Kiefersfelden, aber schon jenseits der Tiroler Grenze, liegt im Bergwald eingebettet der Hechtsee. In seinen dunkelgrünen Wassern hauste einst eine Nixe, Hechta mit Namen. Ab und zu konnte sie Menschengestalt annehmen und aus den kühlen Fluten heraus ans Ufer steigen.

Als sie wieder einmal, gar lieblich anzuschauen, als junges Mädchen am Ufer des Sees lustwandelte, traf sie einen jungen Jäger. Friedl hat er geheißen. Sie fanden sofort Gefallen aneinander. Deshalb trafen sie sich alle paar Tage und waren über beide Ohren ineinander verliebt. Hechta sagte dem jungen Mann, daß ihre Liebe in die Brüche gehen müsse, würde er sie jemals drängen, ihren Namen preiszugeben, oder würde er sonstwie ihren Namen erfahren. Doch der Jägersmann war ein neugieriger Bursche, und so blieb es nicht aus, daß er von der Hechtseenixe erzählen hörte und schließlich von einer alten Kieferin (Kiefersfeldenerin) auch den Namen derselben erfragte.

Bald darauf traf er seine Liebste wieder droben am Hechtsee. Da lagen sie sich in den Armen, und in seinem Glück nannte er sie zärtlich bei ihrem Namen. Im selben Augenblick rollte eine riesige Welle über den See heran und schlug über die beiden am Ufer Liegenden zusammen und riß sie in die Tiefe.

Hechta verlor ihre Liebe, Friedl sein Leben.

Max Einmayr, Inntaler Sagen

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